20ter Hungertag

Sanktionshungern, Tag 20:
Arbeit ohne Ende … Gestern keine Zeit, zu schreiben. Fluten von Mails und Nachrichten, die kaum mehr zu bewältigen sind. Arbeitstreffen, Interviews, Gespräche mit Anwälten und stürmische Verhandlungen mit den Teams von Anne Will und Maischberger … und letzeres MIR, der ich nicht Fernsehn gucke. (Stöhn)
Die erste Etappe des Sanktionshungerns dürfe sich so dem Ende zuneigen – ab jetzt wird mehr das Juristische im Vordergrund stehen. Denn ohne die juristische Arbeit hat das Ganze keinen Sinn.
In diesem Zusammenhang möchte ich mich allerherzlichst für die bisher eingegangenen Spenden bedanken. Auf der Seite Wir-sind-boes.de sind sie jetzt einzusehen. 6400 Euro für Anwälte und Aktionen: Danke, Freunde, das macht Mut!
Gewicht heute: 79,6 kg

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19ter Hungertag

Heute noch kein Kommentar von Ralph auf seiner Seite. Aber es geht ihm gut. Viele Kontakte mit Anwälten laufen jetzt an. Aktivisten sind fleißig und verteilen Flyer, schreiben Abgeordnete an, denken sich Aktionen aus…  Danke an Alle, die helfen!  diana

Distanzierung von Posts die zur Gewalt aufrufen

An dieser Stelle nur kurz: wir distanzieren uns von jeglichen Aufrufen zur Gewalt oder Kriminalität! Sollten in irgendwelchen Threads auf Facebook oder Blogs derartige Aufrufe von Users gepostet werden, die wir nicht oder nicht schnell genug löschen können, dann sind solche Aussagen nicht in unserem Sinne. 

18ter Hungertag

18.11.2012:
Sanktionshungern, Tag 18:
Mir geht es gut – die Grundstimmung geht jetzt mehr in Andacht über. Ich habe irgendwo, als ich zu meiner Religion befragt wurde, einmal geschrieben: „Je tiefer Du wirst, desto mehr wird DAS GANZE LEBEN Religion“. Das bis in den äußersten Alltag hinein zu empfinden, das stellt sich jetzt allmählich ein.

Ansonsten erhalte ich jetzt immer mehr besorgte Mails, dass ich mit dem Hungern aufhören oder zum Arzt gehen solle. … Das werde ich so schnell nicht tun. Nicht äußeren Ratschlägen werde ich folgen, sondern mit meinem tiefsten inneren Gewissen werde ich abstimmen, wie weit ich am Ende gehen werde.
Es wird durch die  Besorgnisse aber eine weitere Dimension der Sanktionen offenbar: Die 10 Euro Praxisgebühr sind nicht mehr da! Wobei ich in durchaus guter Lage bin: Um wie viel schlimmer steht da, wer eine 100% Sanktion erhält – und dem damit zusätzlich die Krankenkasse entzogen ist.

Gewicht heute: 80,8 kg

17ter Hungertag

17.11.2012:

Sanktionshungern, Tag 17:
Gestern Abend das erste Mal „Freizeit“ in der langen Zeit. Ich wusste nix Gescheites mit mir anzufangen. Da sind Anna und ich dann „Essen gucken“ gegangen …
Scheint gewirkt zu haben:

Gewicht heute immer noch 80,9 kg

16ter Hungertag

16.11.2012:

Sanktionshungern, Tag 16:
Nach eine wunderschönen Tour durch eine herbstschwere Landschaft bin ich wieder zurück. Zunächst hatte ich Sorge, ob ich den Vortrag in Bremervörde halten könnte und saß erschöpft vor dem Publikum auf der Bühne. Kaum hatte ich aber angefangen, waren alle Kräfte wieder da und ich konnte herumtollen wie eh. 🙂  – Dem Veranstalter gegenüber hatte ich zunächst Bedenken, weil er eine „Beschäftigungs-Gesellschaft“ für sog. „Arbeitslose“ war. Das von den „Arbeitslosen“ betriebene Möbelhaus, in dem ich sprach (die Gäste durften in dicken Sesseln sitzen!),  war aber so schön und liebevoll gemacht (direkt im Raum waren auch gleich eine Fahrradwerkstatt und ein kleiner gastronomischer Betrieb) und die Mitarbeiter dort sprachen so voller Begeisterung von dem Unternehmen, dass ich noch voller Verwunderung bin. Die bestehende schwierige Situation in Liebe zu ergreifen und etwas Wohltuendes und Schönes daraus zu machen – das scheint dort gelungen zu sein.

Gewicht heute: 80,9 kg

14ter Hungertag

14.11.2012:
Sanktionshungern, Tag 14:
Auf dem Weg zum Vortrag nach Bremervörde. Jetzt gleich auf dem Bahnhof noch ein Interview mit dem Berliner Kurier.
Interview mit Tagesspiegel hat gutes Ergebnis gebracht. Nur der Titel des Artikels („Hungern statt Arbeiten“) ist falsch: „Arbeiten selbst noch beim Hungern/unter strengster Sanktionierung!“ wäre passend gewesen.
Das gestern veröffentlichte Interview mit ND sehe ich heute wesentlich entspannter als gestern. Mein Fehler war, den Journalisten mit Infos zu übersprudeln – und der hatte zum Schreiben nur ein paar Stunden Zeit. Ich muss besser an die Journalisten denken! 🙂
Arbeit ohne Ende!  🙂

Gewicht heute: 81,3 kg.